|
Anschluss der Magdeburger Häfen durch eine Niedrigwasserschleuse
Die Hafenschleuse wird nicht so aufwendig gebaut wie die Sparschleuse in Rothensee. Die Hauptabmessungen betragen: 196 m lang und 25 m breit. Das Pumpwerk wird mit 3 Pumpen a 3,5 qm/s Pumpenleistung (Tauchpumpen) ausgerüstet. Die wesentlichen Bauten werden als Massivbau in Flachgründung ausgeführt. Der Verschluss erfolgt durch hydraulisch betätigte Hubtore, sodass der höchste Punkt von Ober- und Unterhaupt 61, 00 m mNN liegt. Der tiefste Punkt in der Schleuse liegt bei 36,30 mNN. Es geht also ganz schön hoch hinaus. Das ist aber schlicht und einfach der Hydraulik geschuldet, die die Hubtore in eine Höhe heben müssen, dass bei schiffbarem Hochwasser den Schiffen eine ungehinderte Durchfahrt gestattet. Hubhöhe: 1,06 m 38,64 mNN = GIW’89 - 39,70 mNN = NWSt Max. Hubhöhe 1,86 m 37,94 mNN = NMW - 39,80 mNN = Bwo Die Schleuse wird an das westliche Ufer des Abstiegskanals gelegt, sodass während der ersten Bauphase der Schiffsverkehr als Richtungsverkehr an der Baustelle vorbeigeführt wird. Inder 2. Phase verläuft der Verkehr bereits durch die Schleusenkammer. Das Pumpwerk wird in dieser Phase am Unterhaupt an der östlichen Seite errichtet. Die bisherige Baustellendurchfahrt dient als Kanal zur Wassereinleitung in den Abstiegskanal. Lediglich am Unterhaupt gibt es eine massive Verbindung mit der Ostseite. Über diesen Weg können technische Fahrzeuge den östlichen Oberhauptturm erreichen. Pro Tag können 36 bis 42 Schiffe die Schleuse passieren. Eine Prognose vom 10.10.2002 besagte, dass 2015 bis 35 Schiffe die Schleuse passieren werden. Bei Hochwasser ist die Schleuse “landunter”.
Damit die Magdeburger Häfen mit modernen Schiffen erreicht werden können, ist im Anschluss an die neue Sparschleuse in Rothensee die Verbreiterung des Rothenseer Verbindungskanals (3,3 km) um rund 10 m erforderlich. Außerdem wird eine Begradigung vor der Verzweigung in den Kanalhafen und die Elbe vorgenommen. Im Bereich der Brache auf der linken Seite (Richtung Rothensee) soll der künftige Hansahafen angesiedelt werden. Um von den Wasserschwankungen der Elbe unabhängig zu sein, wird im südlichen Abschnitt des Rothenseer Abstiegskanals diese Schleuse, die Hafen- schleuse, gebaut. Sind die Wasserstände der Elbe und damit des Verbindungskanals ausreichend (ca.4 m), bleibt die Schleuse offen. Bei zu niedrigen Wasser- ständen auf der Elbe geht sie in Betrieb und sichert den für 2,80 m Schiffstiefgang erforderlichen Wasserstand. Mit einem Pumpwerk an der Hafenschleuse wird, falls erforderlich, Wasser aus der Elbe entnommen. Für die Einfahrt von der Elbe in den Industriehafen ist ein Sperrtor geplant. Der vorhandene Absperrdamm zum Industriehafen würde in diesem Fall rückgebaut werden. Im Industriehafen werden heute nur noch 5 % des gesamten Umschlages der Magdeburger Häfen getätigt. Deshalb wird in der ersten Phase diese Maßnahme nicht realisiert. Im Planfeststellungsverfahren ist sie jedoch enthalten und kann bei positiver Entwicklung der Nutzung des Industriehafens aktiviert werden. Das Sperrtor dient in diesem Fall dazu, dass es bei ausreichendem Wasserstand der Elbe (> 4m) kurzeitig zur Ein- oder Ausfahrt von Schiffen geöffnet werden kann.
|