Schiffshebewerk Magdeburg Rothensee

    Das Schiffshebewerk Magdeburg wurde auf der Basis eines Patentes des Leipziger Dipl.-Ing. Rudolph
              Mussaeus von 1926 konstruiert. Bauzeit 1934 bis 1938. Baukosten ~ 15 Mio.  Mark

Die Vorbereitungen zum Bau begannen allerdings schon 1929. Unmittelbar neben der Baustelle wurde eine Kälteversuchsanstalt errichtet, in der man die richtige Sohlemischung ermittelte, um die beiden Schächte von je 13 m Durchmesser ausheben zu können. Dazu wurden um den Mittelpunkt der Schächte zwei Bohrlochkreise von je 16 m und 19 m angeordnet. Jeder Kreis erhielt 30 Bohrlöcher. Zur Kälteerzeugung dienten 2 Ammoniakverdichter mit einer Leistung von 350 000 Kcal/h. Nach 4 Monaten war der ringförmige Frostmantel auf -40° C. abgekühlt und damit konnten die  70 m tiefen Schächte abgeteuft werden. Der Aushub betrug ~15.000  qm. Die Schächte erhielten innen einen durch- gehenden Mantel aus gusseisernem mit Blei verstemmten Tübbingen. Dahinter wurde der Tübbingsmantel mit Beton verfüllt
.

Seitenansicht des SHW mit eingehüllten Spindeln
Längsschnitt des SHW Rothensee
Obere Einfahrt in den Trog des SHW
Schwimmerschacht mit Stahlkonstruktion
Querschnitt des SHW Rothensee

Technische Daten
Bauart:                   2 Schwimmerhebewerk mit Spindelführung
Lage:                      Mittellandkanal km 320,4
Hubhöhe:             11m  bis 18,7 m Abhängig vom Wasserstand der Elbe
Hubdauer:            ca. 3 min, je nach Hubhöhe
Gesamtgewicht:  5.400 t  (wassergefüllter Trog)
Troggröße:           85m lang, 12m breit, 2,5m Wassertiefe
Nutzgröße:           82m *  9,5m * 2m
 In den 68 Betriebsjahren des in 2010 72 Jahre alten SHW wurden ~ 750.000 Trogfahrten durchgeführt.                
        

Spindel und Spindelmutter des SHW Rothensee
Trog in oberer Position mit eingehauster Spindel
Druckmanometer alt und neu, zeigen den Druck in den Schwimmerkammern

Die Spindeln wurden 1997 mit dem Baubeginn der Sparschleuse eingehüllt, um einem zu starken Verschleiß aufgrund der erhöhten Staubentwicklung entgegen zu wirken.

Der Antrieb erfolgt über 4 Antriebsmuttern (Leistung je Mutter 2 * 44 kW) am Trog, die auf 4 feststehenden  Gewindespindeln langgleiten. Die Antriebsmuttern sind durch ein Wellenviereck miteinander verbunden, wodurch ein zwangsläufiger Gleichlauf aller Antriebsmuttern erzielt wird. Die Antriebsmuttern werden ca. alle 7 Jahre wegen Verschleiß ausgewechselt. Die Spindeln sind 27,3 m lang, haben einen Durchmesser von 420 mm und wiegen 23 t. Es wurde ein 4-gängiges Trapezgewinde mit 6 5/8 “ verwendet. Sie haben eine Kernbohrung von 165 mm, die wegen der Qualitätskontrolle gebohrt wurde. Die Antriebsmuttern werden mit einem axialen Spiel von 2 mm eingebaut. Erreicht der Verschleiß ca. 12 bis 15 mm ist ein Wechsel erforderlich. In der rechten Abbildung wird eine Neuerung am Schiffshebewerk verdeutlicht. Es wurde nämlich nach der Wende eine Lufttrocknungsanlage eingebaut, die die 3 Kammern der Schwimmer unter Druck hält (gegen Alterung). Die Lufttrocknung soll die Korrosion in den Schwimmerkammern vermindern. Dabei wurde gleichzeitig eine digitale Druckanzeige eingebaut. Die analogen Armaturen sind noch vorhanden. Der Überdruck in den 3 Kammern beträgt zwischen 2,9 und 5,7 atü. In der Schwimmermitte wurde ein Ausgleichschacht mit einem Durchmesser von 1,15 m angeordnet, der oben durch einen Deckel luftdicht abgeschlossen ist. Dieser Ausgleichschacht gleicht das Gewicht aus, das sich aufgrund des Ein- und Austauchens des Traggerüstes verändert.
Eine weitere Neuerung (Anfang der 90-er installiert) zur Erhöhung der Betriebssicherung ist eine Luftsprudelanlage, die das Zufrieren des Troges bei Frost verhindert
Der gesamte Tragkörper und der  bewegliche Teil sind aus St 52 hergestellt.  Die Stärke der Boden- und Seitenwände im Trog beträgt 10 mm.
Die Trogtore sind wie die Haltungstore als Hubtore mit Gegengewichten ausgebildet. Sie werden mit Seilzügen gehoben. Die zwei Trog- und zwei Haltungstore sind konstruktiv alle gleich. Das Gewicht der Haltungstore beträgt 20 bzw. 26 t. Die Sicherung gegen Schiffe erfolgt mit Stossbalken.
Zum Ausgleich der schwankenden Elbwasserstände wurde ein “Schildschütz” gewählt. Es wurden 6 Schildschütze a 1,05 m eingesetzt. Damit brauchte das elbseitige Haltungstor nicht 10 m hoch ausgeführt werden, was gleichzeitig ein Portal von 25 m erfordert hätte. Das Windwerk des Schildschützes wird durch einen 88-kW- Motor angetrieben. Notfalls kann der Antrieb manuell erfolgen.

Der Bau wurde durch das Generalunternehmen
 Friedrich Krupp AG
Gruson-Werk  Magdeburg- Buckau realisiert

Quellen:
Prospekte  “Wasserstraßenkreuz Magdeburg” Herausgeber: Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg
Prospekt und “Schiffshebewerk Rothensee” Herausgeber: Wasser- und Schifffahrtsamt MD
                “Die Geschichte der Schiffshebewerke”
                      Autor: Hans-Joachim Uhlemann

Firmen

Montageskizze

Schacht

Schwimmer 01

Schwimmer 02

Schwimmer 03

Firmen

Montageskizze

Schacht

Schwimmer 01

Schwimmer 02

Schwimmer 03

Schwimmer 04

Trogmontage 01

Trogmontage 02

Trogmontage 03

Trogmontage 04

Trogmontage 05

Schwimmer 04

Trogmontage 01

Trogmontage 02

Trogmontage 03

Trogmontage 04

Trogmontage 05

Trogmontage 06

Verriegelung

Schildschütz

Schildschützantr.

Gerüst 01

Gerüst 02

Trogmontage 06

Verriegelung

Schildschütz

Schildschützantr.

Gerüst 01

Gerüst 02

Gerüst 03

Traggerüst 01

Traggerüst 02

Spindel 01

Spindel 02

Spindel 03

Gerüst 03

Traggerüst 01

Traggerüst 02

Spindel 01

Spindel 02

Spindel 03

Spindelmotor

Kanalbrücke

Leonardsatz

Schleifleitung

Treidelanlage

Montageskizze

Spindelmotor

Kanalbrücke

Leonardsatz

Schleifleitung

Treidelanlage

Montageskizze

Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 12. September 2004 war ein willkommener Anlass, um das Schiffshebewerk in Magdeburg - Rothensee in seiner Bauphase von 1934 bis 1938 näher und mit allen damals beteiligten Firmen vorzustellen. Die Fotos mit Texten wurden dem Buch zur Inbetriebsetzung am 30. Oktober 1938 entnommen. Dieses Buch wurde von den an der Ausführung beteiligten Lieferwerken herausgegeben.

                          2006 wurde das Schiffshebewerk auf Veranlassung des Bundesrechnungshofes stillgelegt!
                    Am 24. August 2013 erfolgte seine Wiederinbetriebnahme durch die Landeshauptstadt Magdeburg

                                                           Demnächst gibt es hier einen Bildbericht

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Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee
Ship Lift Baujahr 1938