



Mittwoch der 16. August 2006 Der Tag auf der Fähre war wetterseitig sonnig und kühl. Wir hielten uns mal draußen, mal in der Kabine auf. Die Lkw- Fahrer nutzten die Aufenthaltsräume mit den Passagieren, keine Trennung wie auf anderen Fähren üblich. Fast alle Driver rauchten und es wurde mehr oder weniger immer etwas getrunken. Hautsprache war unter ihnen Russisch. In der Lounge lief der Fernseher fast immer mit russischsprachigen Filmen. Unter den Passagieren gab es alle möglichen Typen, auffällig eine “Waldorf-Familie” mit Hund (Jack Russel). Die Kinder mit Hund konnten tun und lassen was sie wollten. Unsere Doppelkabine war schön und günstig zu den Gemeinschaftsräumen gelegen.
Ankunft 22.00 Uhr lettischer Zeit in Ventspils. Nur Passkontrolle und Fahrzeugpapiere - EU-Land! Gegen 23.30 Uhr waren wir im Hotel „Vilnis“ angekommen. Mit dem Stadtplan hatten wir uns vorher vertraut gemacht und kamen trotz einer Umleitung zügig zum Hotel. Vor dem Fenster nervte ein Lüfter beim Einschlafen. Der Benz stand unbewacht vor dem Hotel. Der Portier beruhigte mich und versicherte mir, dass alles sicher sei, weil nachts kontrolliert wird. Verständigung in Englisch. Im TV gab es fast alle Programme aus Europa und so konnten wir uns gut informieren (Wetter etc.).
LITAUEN mit LETTLAND 15. bis 26. AUG
UST 2006
Gebucht wurde eine Fährpassage von Rostock nach Ventspils (Windau) in Lettland und eine Übernachtung in Ventspils vom Reisebüro -Schnieder Reisen-. Kosten: 870 €. Ziel war das legendäre litauische Seebad Palanga. Hier hatten unsere Freunde, Wladimir und Tatjana Feskow, aus Minsk das Quartier, ein Apartment, Für unseren Aufenthalt gebucht. Kosten: 550 Lit für 7 Übernachtungen für 2 Personen.
Eine direkte Passage nach Klaipeda (Memel) war nur von Kiel aus und hier nur in 4-Bett-Kabinen möglich gewesen. Mitreisende sagten aber, dass man auch von Kiel nach Klaipeda 2-Bett-Kabinen bekommen kann. Letztlich war Lettland für uns eine gute Wahl und Erfahrung. Der Umtauschkurs betrug 3,45 Lit für einen Euro. Bei den litauischen Namen, Orten etc. fehlen Häkchen, Punkte und andere Kringel rund um die Buchstaben, weil ich noch keinen baltischen Schriftfonds eingerichtet habe!
Dienstag der 15. August 2006 Einchecken am Rostocker Überseehafen (Baltic Sea Ferries) um 14.00 Uhr. Wir waren die 1. Pkw-Reisenden und fuhren, nachdem wir die Bordkarten erhalten hatten, ohne Einweisung auf das Oberdeck. Hier wurden wir in die äusserste Ecke eingewiesen und kamen dafür bei der Ankunft als fast Letzte von Bord. Grund: In unserer Reihe war ein Lkw defekt. Abendbrot gab es 18.00 Uhr. Abfahrt der Fähre war 19.00 Uhr. Es war etwas windig und leichter Wellengang, sodass die Fähre ständig leicht schlingerte, aber keine Probleme bereitete. Unsere Kabine war die erste auf dem Hauptdeck und sie hatte ein großes Panorama- Fenster. Den Fernseher konnte man vergessen, weil nur Videos in Russisch eingespeist wurden. Grundsätzlich waren wir sehr zufrieden.





Donnerstag der 17. August 2006 Frühstück gegen 9.00 Uhr und Abfahrt gegen 10.00 Uhr nach dem 224 km entfernten Palanga. Vor dem Frühstück machte ich erst einmal eine kleine Runde um das Hotel, da man in der Nacht kaum etwas richtig sehen konnte. Das Umfeld entsprach einem ehemals sowjetisch geprägten Baustil. Allerdings waren zwischenzeitlich die Straßen und Wege erneuert worden und es sah blitzsauber aus. Vor neun Uhr wurde schon gefegt. Das Frühstück entsprach einem Dreisternehotel. Wir waren zufrieden und konnten beruhigt starten.
Abfahrt nach Palanga! Die Straßenkarte vom ADAC mit den wichtigsten Fahrrouten ist für Länder ohne GPS ideal. Es ging immer der Küste entlang. Die Ostsee konnte man fast greifen. Größter Ort, den wir durchfuhren war Liepaja (Libau) mit 99.000 Einwohnern. Bei der Rückfahrt machten wir hier Station. Wenig später war die Grenze erreicht. Kurze Passkontrolle und schon waren wir in Litauen. Bis Palanga war es nicht mehr weit. Bei „Tamara“ kamen wir gegen Mittag an, erwischten jedoch in dem Doppelhaus die falsche Vermieterin, die auch sofort noch zwei 2- Bettzimmer parat hatte. Eines der Zimmer lag im Keller und das Bad außerhalb des Zimmers, was nicht infrage kam - Verständigungsproblem in Russisch; schade , dass man fast alles vergessen hat! Unsere Vermieterin Tamara sagte später „Bunker“ dazu. Aber dann kam Tamara und erlöste uns mit dem richtigen Apartment. Alles war ganz ordentlich eingerichtet, aber das Küchengeschirr war sehr spartanisch, z.B. kein einziges Glas, nur ein kleiner Kochtopf...
Vielleicht möchte ein Besucher dieser Seite hier mal Ferien machen und gleichzeitig auf Touren gehen? Es ist ein idealer Ausgangspunkt und man hat eine sehr schöne Ferienstadt mit allem, was das Herz begehrt.
Hier die Konkrete Anschrift: Tamara ir Kazis Zurawlova
Vytauto gatve 99 (Ecke Zvegu gatve34)
Palanga Litauen
Telefon +370 682 47 276 (Russisch + Litauisch)
Karin bezog die Betten für alle und danach fuhren wir zum Kaufhaus MAXIMA, kauften die wichtigsten Lebensmittel, vier Mehrzweckgläser und danach noch eine Kaffeemaschine für 39,90 Lit. Im Haus gab es nämlich nur einen Wasserkocher und auf Filterkaffee wollten wir nicht verzichten. Dann hörten wir, unsere russischen Freunde kommen erst nach 18.00 Uhr, gemeint war aber Rubenas. Also gingen wir zum Strand, um zu baden. Als wir gegen 17.00 Uhr zurückkamen, waren Tatjana und Wladimir schon da. Sie hatten 8 Stunden von Minsk gebraucht (Staus, Grenzkontrolle). Unseren Benz stellten wir auf Empfehlung unserer Vermieterin auf einen bewachten Parkplatz für 10 Lit/Tag und lagen damit auf der sicheren Seite. Sie meinte man solle keine Begehrlichkeiten wecken.
Später kam noch mein Internetfreund Rubenas Bukavistas mit Frau Asta und Tochter Agne zur Begrüßung und um unser Treffen in Šilutė (Heydekrug) abzustimmen. Die Unterhaltung fand über Tatjana in Russisch statt, denn alle Litauer, die zu Sowjetzeiten zur Schule gingen sprechen fließend Russisch. Wir beide konnten uns auch leidlich in Englisch plus Russisch und Deutsch verständigen - Kauderwelsch.
Die Begrüßung wurde natürlich angemessen gefeiert!




Freitag der 18. August 2006 Nach dem gemeinsamen Frühstück gingen wir zum Strand, Luft 22° C, Wasser 16° C. Beim Aufbau unserer Strandmuschel kam uns eine Litauerin zur Hilfe und sagte uns, dass wir erst den Boden mit den Erdnägeln befestigen sollten - g
uter Tipp! Um 14.00 Uhr waren wir mit Rubenas und seiner Familie in Šilutė (Heydekrug) verabredet. Wir kamen ein wenig zu spät. Rubenas (40 Jahre) ging in der 1. Klasse in die gleiche Schule wie ich. Sie wird gerade renoviert. Rubenas zeigte uns das Haus, in welchem er als Kind bis nach dem 1. Schuljahr wohnte, es lag am alten Markt von Heydekrug. Dann machte Karin Dampf, sie hatte Hunger! Wir fuhren zum Essen und anschließend nach Sziesze zum Haus von August Nienke, dem Oheim meines Vaters, der mit meiner Urgroßmutter verheiratet war. Sziesze wie der gleichnamige Fluß wurde in der Nazizeit Kuwertshof genannt. Bruno Kallweit ist heute der Eigentümer. Brunos Tochter (5 Jahre) war vor der Tür und holte ihren Papa. Die Begrüßung mit Bruno war herzlich. Bruno stellte uns sofort vor die Wahl: Gehen wir rein und trinken Kaffee oder machen wir eine Bootsfahrt mit meinem Tragflächenboot auf der Athmat, den wir früher Rußstrom nannten, zur Kurischen Nehrung. Wir wählten liebend gerne die Bootsfahrt. Auf der Rückfahrt hielten wir am kleinen Hafen am alten Leuchtturm von Kuwertshof, dem ursprünglichen Kuwertshof, an.
Danach ging es zum Haus von Rubenas nach Stankiskiai (Stankischken) in der Nähe von Vente (Windenburg). Ein riesiges Bauernhaus, welches rekonstruiert wird eine gewaltige Aufgabe. Aber Rubenas macht alles vom Feinsten, richtig gut. Wladimir nennt es “westeuropäisch”. Das Haus liegt 60 km von der Wohnung der Bukaviskas in Memel entfernt. Zu weit, um von hier täglich zur Arbeit zu fahren. So wird es vorerst an den Wochenenden und in den Ferien genutzt.
Etwas spät ging es nach Palanga und nach dem Abendbrot wurde gekniffelt. Tatjana räumte erst einmal mit einem Kniffel ab und im regulären Spiel machte ich 12 (in Worten: zwölfffff!) Kniffel. Einmalig, an
den folgenden Abenden hatte ich weniger Glück.
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Samstag der 19. August 2006 Heute wird nicht gereist - Strandtag. Das Wetter war die reine Sahne und es ging auch zum Strand. Die Strandmuschel war ruck-zuck aufgebaut und dafür konnten wir andere Anfänger mit den gleichen Problemen wie bei uns beobachten. Ich sagte Wladimir er solle hin- gehen, aber er weigerte sich hinzugehen und Tipps zu geben. Direkt am Strand gab
es eine mobile Sauna (Pirtis), die von 10.00 bis 24.00 Uhr geöffnet war und es gab einen
gekennzeichneten gut besuchten FKK. Die Polizei patrouillierte mit modernen Buggis, Händler liefen mit Kühlboxen hin und her und boten ihre Ware (Zeppelinis, Flinsen, Bier u.m.) feil. 30 m von uns entfernt gab es alles, was man am Strand verzehren wollte in einer Zeltgaststätte. Ein Bier mit 0,5 l kostete hier 5 Lit. Für uns sicherlich annehmbar, ob es für alle Litauer so ist, können wir nicht recht beurteilen, denn der Durchschnittslohn pro Stunde beträgt 5 Lit. Wesentlich für uns war ein anderes Ereignis! Auf einmal landete ein Fischerboot mit frisch geräuchertem Fisch ~ 10 Arten. Wladimir ist der ideale Einkäufer, das kann er perfekt. Verständigung mit den Fischern in Russisch und zum Abschluss einen Extrafisch! Der Renner für uns war „Rotbarsch“, ein ganzer für 8 Lit! Jeder aß einen ganzen und zur Probe etwas Brasse, die aber vor Gräten und Knoblauch nur so strotzten. Auf alle Fälle war es ein ausreichendes Mittagsmahl. Zur Kaffeezeit ging es in die Pension, dann folgten Kaffee und etwas Ruhe. Zum Abendbrot liefen wir zur Flaniermeile und noch auf die Seebrücke und dann ins Restaurant. Auch hier war die Polizei mit modernstem Equipment, einem zweirädrigem, batteriebetriebenem Gerät unterwegs. Der Abend wurde später mit einer Kniffelrunde abgeschlossen.



Jeder genießt den Fisch auf seine Art und Weise
Sonntag der 20. August 2006 Ziel ist heute Ruß und Heydekrug (Šilutė) und natürlich Walter Wallenschus in der ehemaligen Bismarcksiedlung. Walter mit Ehefrau war zu Hause. Walter sah aus wie die teure Zeit und seine Frau kritisierte es, was ihn nicht berührte. Im Wohnzimmer unterhielten wir uns über dies und das. In der ganzen Siedlung sollen weniger als 20 Häuser existieren, erzählte uns Walter. Er nannte uns alle ehemaligen Straßennamen und die Anzahl der dort noch stehenden Häuser. Seinem Pferdchen geht es wieder gut. Ein deutscher Tierarzt hatte geholfen. Sehen konnten wir es nicht, es war im Wald mit den Ziegen zum fressen. Walter machte gesundheitlich keinen guten Eindruck,
bewegte sich schlecht nach einem vielleicht ungenügend behandelten und ausgeheilten Beinbruch. Die Ställe sahen aus wie 10 Jahre nicht ausgemistet und das Umfeld ebenso. Dafür gab es eine klein
e verspielte Katze, zwei unentwegt kläffende Hunde, Hühner mit Kücken. Anschließend fuhren wir nach Ruß, wo ein Gemeinde- fest stattfand. Rubenas hatte uns einen Veranstaltungsplan mitgegeben. Wir sahen uns die Gegend um die alte Petersbrücke an. Hier war auch eine Festwiese mit allen möglichen Ständen aufgebaut. Für Karin erstanden wir einen Reiseascher aus Messing und Feskows kauften einen stabilen Korb. Direkt vor den Resten des alten Widerlagers der Petersbrücke wird ein neuer Schiffsanleger (Kai) mit EU-Fördermitteln gebaut.
Nach diesem Besuch in Ruß ging es wieder nach Heydekrug. Hier aßen wir im Restaurant „Gelija“(Gilge) zu Mittag. Hier hatten wir vor drei Jahren bereits gut gegessen. Die Speisekarte ist für Heimwehtouristen auch in Deutsch. An einem Nebentisch saßen 5 Damen, drei deutschstämmige aus Ruß, eine aus Wien und eine aus Flensburg.
Von Interesse für uns war ein neues Einkaufszentrum am Eingang von Heydekrug aus Memel kom- mend. Es heißt „IKI“. Modern wie bei uns mit einem tollen Warenangebot. Silute soll auch zwischen- zeitlich 30.000 Einwohner haben. Abschließend wollten wir noch das Sudermann-Museum in Macikai (Mazicken), Geburtsort des Schriftstellers, besuchen. Wir fanden es, aber leider war es nicht geöffnet. Es ist ein Umbau mit Neugestaltung vorgesehen .
In Palanga angekommen gab es eigenes Abendbrot mit einer von mir gekochten Tütchen - Vorsuppe (
Bündner Gerstensuppe, ein Genuss für Kenner!). Dann Schnittchen und Kniffelchen sowie Schnäpschen für Wawun und mich. Ein litauischer Wodka mit Peperoni! Wau!

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Montag der 21. August 2006 Bei allen Besuchen in Litauen war immer ein Hintergrundthem
a „Der Berg der Kreuze”(Kryziu kalnas) und heute war er fällig. Rund 145 km lagen vor uns. Die Straße zwischen Palanga und Siauliai wird gerade mit Unterstützung von der EU erneuert. Der Berg befindet sich ca. 18 km von Siauliai (Schaulen) und besteht seit 1831. Die Sowjets zerstörten ihn von 1961 bis 1985 immer wieder. Heute befinden sich auch hunderttausende kleine Kreuze auf dem Berg und es ist ein stetig steigender Tourismus z
u verzeichnen. Ebenso wandeln sich die Gründe für die Kreuzniederlegung, z. B. Hochzeit, verlorene Wetten etc. Der Berg ist beeindruckend, obwohl es nur ein kleines Hügelchen ist.
Anschließend besuchten wir Schaulen, eine Garnisonsstadt zu Sowjetzeiten. Geschichtlich bedeutend, weil hier der Schwertritterorden 1236 vernichtend geschlagen wurden. Uns gefiel die neu gestaltete und fast fertige Hauptstraße und Fußgängerzone (Vilniaus gatve).
Es hat heute erstmalig geregnet. Der Abend endete wie immer mit einer Kniffelrunde und einem kleinem Plan für die folgenden Tage, heißt für Dienstag und Mittwoch, denn Donnerstag geht es wieder gen Heimat. Vom Wetter abhängig wollten wir noch auf die Kurische Nehrung.
Dienstag der 22. August 2006 Mit gemischten Gefühlen gi
ng es nach Memel, um mit der Fähre auf die Nehrung überzusetzen. Gemischte Gefühle deshalb, weil Karin lieber an den Strand wollte, wegen des möglich aufkommenden schönen Wetters. Das Wetter wurde auch schöner als erwartet, aber trotzdem war der Entschluss vermutlich der bessere. Das Wetter war ideales Reisewetter. Nach dem Übersetzen fuhren durch bis Nida (Nidden), machten einen Bummel, aßen zu Mittag und
bummelten weiter. Nidden ist bis auf ganz wenige Ausnahmen gründlich renoviert worden. Danach fuhren wir nach Juodkrante (Schwarzort). Wladimir kränkelte hier, weil er die kalte Soljanka in Nida nicht ganz verkraftet hatte. Schwarzort ist in Richtung Ostsee und am Haff gleichermaßen sehenswert. So die Steinskulpturen auf dem neuen Kai oder der Hexenberg mit vielen Holzplastiken. Kommt her und ihr erfahrt auch etwas über den Schatz von Juodkrante.
In Klaipeda machten wir im Einkaufspark AKROPOLIS mit einem „HYPER MAXIMA“ (vergleichbar mit REAL oder MARKTKAUF bei uns) halt. Tatjana und Karin besuchten mindestens 10 Schuhläden bis sie glücklich und zufrieden mit einem Schnäppchen ihren Kaufrausch beendeten. Kann mit Fotos belegt werden!
In Palanga gab es Abendbrot wieder mit einer Vorsuppe von Wölfi, dann Kniffel und ein litauischer Wodka mit Honig und Peperoni für Wladimir und mich !!