Als Konstrukteur 1962 im Baggerbau GDW MagdeburgAm 29. August 1961 begann mein neuer Lebensabschnitt als Jungingenieur in Magdeburg. Durch meinen Studienfreund Wilfried genannt ”Franz” Leseberg hatte ich mich mit dem Studienabschluss beim VEB “Georgi Dimitroff” in Magdeburg- Buckau als Konstrukteur im Baggerbau beworben und bekam auch diese Stelle. Es war damals in der DDR so, dass fast jede Firma qualifizierte Fachkräfte händeringend suchte. Wohnungen oder Zimmer gab es damals so gut wie gar nicht und so wohnte ich einen Monat im Bauarbeiterhotel in der Hohen Straße in der Neuen Neustadt. Und wie der Teufel es will, von meiner heutigen Wohnung kann ich auf dieses ehemalige Quartier, heute Pension Nord, sehen. Danach zog ich nach Sudenburg in die Jordanstraße 21 zu Frau Matthes, die ein Zimmer vermietete. Der Spaß an der Sache, ich musste ihr Telefon mit mieten. Wer hatte damals schon Telefon? Wer konnte es sich leisten? Wer bekam eines? Für mich war es jedenfalls nicht Quatsch, aber ich hatte es in meinem Zimmer und vielleicht habe ich auch ein oder zweimal im Monat telefoniert.
Im Konstruktionsbüro des Baggerbaus nahmen noch Franz Leseberg und Ursula Polinski (verh. Schulze) aus unserer Seminargruppe ihre Tätigkeit als Konstrukteur auf. Franz und ich landeten jedoch nicht im Maschinenbau sondern im Stahlbau. Da unsere Stahlbauausbildung jedoch auch sehr gut war machte es uns eigentlich nicht viel aus in dieser BHochzeitsfoto in Rerik 1963ranche zu arbeiten. Was uns störte war unser großes Grundgehalt: I1 mit Brutto 640 Mark und Netto 480 Mark. Aber dieses Schicksal teilten wohl alle Absolventen.  Wir hatten insofern Glück, dass wir an der Neuentwicklung eines Eimerkettenbaggers, des DS 3150, mitwirken konnten. Was mir persönlich nicht so gefiel,  ich durfte im Wesentlichen die Treppen, Geländer und Podeste zwischen den einzelnen Etagen des Baggers und die Außenverkleidung konstruieren. Der Anspruch bei dieser Tätigkeit lag im Wesentlichen in der Nach 40 Jahren auf der Seebrücke von Rerikräumlichen Vorstellungskraft. Festigkeitsmäßig war alles dermaßen überdimensioniert, sodass keine Nachweise oder Ähnliches zu führen waren. Da diese Tätigkeit fast ausschließlich Schweißkonstruktionen betraf, machten Franz und ich nach Feierabend den Schweißerpass, um anschließend im Fernstudium den Schweißingenieur zu bauen. Abschluss war 1963.
In diesem Konstruktionsbüro für Bagger lernte ich  Karin, auch heute nach 47 Jahren meine  Ehefrau, kennen. Wir heirateten 1963 in Rerik an der Ostsee.  Das nebenstehende Foto zeigt unser Hochzeitsbild mit Töchterchen Heike. Heike hat einen 30-jährigen Sohn Stephan und  feierte bereits vor 7 Jahren  ihre Silberne Hochzeit.  1964 wurde unser Sohn Michael geboren. Er ist über 22 Jahre mit Nora verheiratet.  Sie haben ebenfalls einen Sohn Robert (25 Jahre). Im Jahre 2003 besuchten wir erstmals wieder Rerik und begaben uns ein wenig auf Spurensuche. Das kleine Foto rechts zeigt uns auf der neuen Seebrücke in Rerik. Rerik ist wie alle ostdeutschen Ostseebäder erneuert und immer eine Reise wert..

1963/64 wurde in der DDR der Bau von Chemieanlagen forciert und der VEB Schwermaschinenbau “Karl Liebknecht” (SKL) Magdeburg war dazu auserkoren dieses Programm umzusetzen. Absolventen der TH Magdeburg wurden zum SKL gelenkt, es gab bevorzugt Wohnungen etc. Auf dieser Welle schwimmend bewarb ich mich damals auch beim SKL, für mich in 1. Linie aus materiellen Gründen - es wurde besser bezahlt und so begann ich zunächst als Konstrukteur im Chemieanlagenbau. Mein Ziel war jedoch die Betriebsorganisation im gleichen Betrieb, in die ich dann ein paar Monate später umgesetzt wurde. Da ich aus der Konstruktion kam wurde mein Haupteinsatzgebiet die Technische Vorbereitung, also Projektierung, Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Technologie, Instandhaltung. Mein erster Chef hieß Christian Mueller und mein Gruppenleiter Gernot Weber. Es gab viel zu lernen und umzusetzen, am Anfang durfte ich meist  Organisationsabläufe analysieren und in Weisungen fassen. Oft war dies ein umständlicher Prozess, denn alle Beteiligten mussten schriftlich den Abläufen zustimmen...
Dann kam in der DDR um 1965 die große Ära der EDV in Gestalt des R300 mit Schulungen durch den VEB Robotron. Hierzu wurden dann in der Organisation viele neue Kollegen aus allen möglichen Branchen eingestellt; angefangen vom Ökonomen bis zum Mathematiker oder Physiker. Die Betriebsorganisation wuchs, wurde umstrukturiert bis letztlich ein Direktorat daraus wurde. Hier arbeiteten ~ 160 Beschäftigte für 8.500 Mitarbeiter im SKL Stammbetrieb in Magdeburg. Zur Wende war ich Abteilungsleiter der Projektierung von DV- Systemen in der Technischen Vorbereitung. Nach der Wende wurde die gesamte DV von der Firma DEBIS Systemhaus übernommen. Alle Mitarbeiter durften sich bewerben und 35 Kollegen erhielten eine Stelle, dazu gehörte auch ich. 1994 begann die Vorbereitungsphase für die nächste Rechnergeneration (Client Server) und die damit verbundene Umstellung des SAP - Softwaresystems von R/2 in R/3 und das “Aus” für mich. DEBIS zahlte eine vernünftige Abfindung, ich war arbeitslos bis zur Rente mit 60 Jahren und heute widme ich mich meinen Hobbys wie Website gestalten, Vereine leiten, Führungen am WSK, Reisen, Ski etc.

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